Tag : betrug

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Erfahrungsbericht 8

Ich bin sehr froh, dass ich eure Website gefunden habe. An vielen Stellen der Erfahrungsberichte konnte ich mich wiederfinden und nun möchte auch ich gerne meine Geschichte schildern. Wie bereits eine Verfasserin vor mir, so glaube ich auch ich seit jeher daran, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die wir nicht erklären können. Allerdings war und bin ich kein Fan von den teilweise abstrusen Erklärungen bzw. definitiver Wahrheiten aller Vorgänge im Leben: Karma, diverse Götter, die am Universum ziehen, Endzeit, Gesetz der Resonanz und so weiter und sofort sind nicht meins.

Wie viele Andere kam ich aufgrund einer komplizierten Beziehung zu den Lines. Es war auch gleichzeitig eine Zeit in meinem Leben, in welcher ich mich sehr verunsichert fühlte. Im Jahr 2012 rief ich also zum ersten Mal bei solch einer Line an und kam auch an einen Berater, dessen Bodenständigkeit mich überzeugt hatte. Kein Hokuspokus und nichts (in meinen Augen) Abgedrehtes. Das von ihm Vorausgesagte traf auch wirklich ein, muss ich sagen. Er sagte mir einen grossen, neuen Auftrag voraus, der innerhalb von 3 Wochen von selbst auf mich zukommen würde und er sagte mir auch, dass es mit dem Mann von damals immer schwierig bleiben würde und es zum Zeitpunkt X beendet sei. Besagter Auftrag kam dann auch wirklich und auch mit dem Mann verlief es so, wie es die Karten angezeigt hatten.

Diese Erfahrung blieb mir natürlich im Gedächtnis und so entwickelte sich dieser Berater dann zu einer wichtigen Person in meinem Leben, auch weil ich mich auf zwischenmenschlicher Basis sehr wohl bei ihm fühlte. Es sei gesagt, dass sich, rückwirkend betrachtet, die Treffsicherheit vom initialen Anruf nie wieder einstellte. Der gute Mann lag – gerade was wichtige Situationen betraf – manchmal total daneben. Ich hätte es merken sollen, aber es gab eben diese kleinen „Eingetroffen“ und manchmal eine wirklich gute Beschreibung der Ist-Situation und der involvierten Personen.

Zu einem bestimmten Zeitpunkt glitt mir das Ganze dann aus der Hand. Wenn ich heute darüber nachdenke weiss ich, dass ich mein Leben nicht mehr selbstbestimmt gelebt habe. Die Meinung und Prognosen meines Beraters zählten mehr, als mein Bauchgefühl oder mein Verstand. Ich habe eigentlich einen sehr guten Zugang zu mir selber und wenn ich auf mich höre, dann fahre ich gut in meinem Leben. Habe leider lange hiervon keinen Gebrauch mehr gemacht..Zudem fing ich an, mir ziemlich schnell einen Ersatzberater – in dem Fall war es eine Frau – zu suchen, mit welchem ich sprechen konnte, wenn mein Stammberater mal nicht greifbar. Es überrascht wahrscheinlich nicht, dass ich zum Schluss insgesamt vier Berater konsultierte, auch weil die Treffsicherheit meines anfänglichen Stammberaters bisweilen gegen Null ging.

Es gab immer wieder Phasen, in welchen ich zumindest während Wochen nicht auf der Line angerufen hatte und absolut keine Beratungsgespräche in Anspruch nahm. Aber sobald eine mittlere Schwierigkeit in meinem Leben auftrat (neue Bekanntschaft, Stress / Streit im Beruf), war ich wieder am Start. Alles musste für mich kontrollierbar sein und ich brauchte immer die Bestätigung. Wie auch die anderen Betroffenen schildern, musste ich die Vorgänge von meinen Beratern quasi abnicken lassen und der Tenor war immer: Alles kommt gut (oder noch besser). Selbst wenn ich berechtigte Zweifel über einen guten Ausgang der Situation hatte und dies auch sagte, es war immer alles Rosarot. Desto unruhiger wurde ich, da mein Leben nicht harmonischer wurde und Rosarot sich einfach nicht einstellen wollte.

Letztes Jahr im Frühling lernte ich durch Freunde jemanden kennen. Der Mann schien mir von Anfang an zwar teilweise interessant, aber komisch. Trotzdem sagte ich einem Date zu, aber je näher es kam, desto weniger hatte ich Lust, ihn wiederzusehen. Bildlich gesprochen war ich am Vortag des ersten offiziellen Dates in der Wohnung rumgetigert, mit dem Handy in der Hand, um ihm abzusagen. Um sicher zu sein, dass ich das Richtige mache, rief ich bei meinem Berater an und fragte ihn, ob ich hier richtig liege. Nein, meinte er, geh hin, das ist ein super Typ. Für das, was dann folgte, könnte ich mir noch heute in den Hintern treten. Ich ging, entgegen meines inneren Gefühls, zu diesem Date und obwohl ich sehr lange nicht überzeugt war, entwickelte sich tatsächlich etwas zwischen uns (was aber von Anfang an kompliziert sein sollte). Mein Berater sagte mir nach kurzer Zeit die Lebensbeziehung mit eben diesem Mann voraus. Und das Schlimme war (ich mache mir hier wirklich Vorwürfe): Obwohl meine Gefühle nie so tief waren (Erklärung von Berater: Meine Gefühle wären überschüttet von früheren, schlechten Erfahrungen), blieb ich am Ball, wohl auch, um eine gewisse Leere in meinem Leben auszugleichen und mal wieder in einer „richtigen Beziehung“ zu sein. Und das, obwohl das Zusammensein mit meinem neuen „Freund“ alles Andere als einfach war und ich hier ein Haufen Lehrgeld zahlen musste. Kurzum: Zu etwas, das von Anfang an weder Hand noch Fuss hatte und wofür mir immer wieder die Überzeugung fehlte, liess ich mich quasi überreden und meiner Person viel zumuten. Weil ich der Sache nicht traute, rief ich eben auch andere Berater an und jeder sagte mir inetwa das Gleiche: Dass mein Gegenüber mein fester Partner würde inklusive gemeinsamem Haus / Wohnung innerhalb der nächsten Monate. Mit der Zeit glaubte ich selbst, dass der besagte Mann eben mein „HM“ wäre und ich habe mich reingesteigert, diesen Mann zu halten, obwohl es zeitweise innerlich in mir getobt hat und die Unterschiede zu ihm im richtigen Leben überhand nahmen.

Total bescheuert. Aber was soll man machen? Ich hatte eine lange Durststrecke nach wirklichen Schicksalsschlägen im Leben (welche vor meiner „Line-Zeit“ stattfanden und ich gänzlich ohne Beraterhilfe überstanden habe) und fühlte mich wie in einem Loch. Ich glaube, ich war über lange Strecken auch innerlich sehr einsam und wusste nicht mehr, wohin im Leben (was man als Aussenstehender nie hätte vermuten können – meinen „Alltag“ habe und hatte ich immer im Griff).

Wenn ich mir die Stunden zusammen rechne, in welchem mir meine Berater meinen Partner, mit welchem sich seit Ende 2014 (also nach einigen Monaten „richtiger Beziehung“) mittlerweile eine sehr anstrengende On-/Off Beziehung eingestellt hatte, „verkauft“ haben, wird mir ganz flau. Noch flauer wird mir, weil ich es aktiv mitgemacht habe.

Es ist der Wahnsinn, wieviel Macht solche Leute über einem bekommen können. Und gefährlich dazu, weil wir ihnen ja so viele intime Details aus unserem Leben anvertrauen und wir uns total öffnen. Es wird mir himmelangst, weil ich mir heute ziemlich sicher bin, dass es den meisten Beratern egal ist, wie es ihren „Schützlingen“ damit geht, mit den Resultaten solcher Irrwege zu leben und wie tief diese damit abstürzen können. Hauptsache, die Kohle stimmt, so scheint es.

Das Ende meiner „Sucht“ wurde eingeläutet, als ich mir gegenüber immer wacher wurde, mir so langsam dann die Schuld zugeschoben wurde, warum die Beziehung nicht funktioniert (weil ich zu „ehrlich“ zu ihm war, nicht genügend geduldig bzw. ich halt noch länger warten müsse, bis er seine Lernaufgaben abgeschlossen und die Blockaden, die sich auf einmal aufgebauten hatten, auflösen würden), es sich dann doch um eine karmische Verstrickung handelte (brrrrrrr) und ich mittlerweile mit Bestimmtheit sagen konnte, dass nichts eingetroffen war, was mir über lange Strecken vorausgesagt wurde (Umzug, feste Partnerschaft mit eben dem Mann, dazu noch Entscheid zwischen zwei Männern usw.). Zusätzlich passierte etwas, das ich zum Glück wieder bei „vollem Bewusstsein“ mitbekam: Ich habe einen neuen Grossauftrag angeboten bekommen, war aber nicht überzeugt, diesen anzunehmen. Nach gutem Zureden von zwei meiner Berater tat ich es trotzdem. Zuvor hatte ich die Punkte, die gegen diesen Auftrag sprachen, mit den Beratern erläutert. Gesagt wurde mir von beiden, dass ich mal wieder zu ängstlich sei. Wen wunderts. Schliesslich hatte mir ja schon vorher oft gesagt, ich hätte Schwierigkeiten damit, den Erfolg anzunehmen und würde mich immer „zu klein“ machen.

Was soll ich sagen? Der Auftrag flog mir um die Ohren und das hat mich bares Geld gekostet. Ich habe das noch den beiden Beratern mitgeteilt. Als ich zum x-ten Mal in den letzten 2.5 Jahren hörte: Sorry du, das habe ich echt nicht gesehen (Oder auch: Weisst du, wenn eine Türe zufällt, dann gehen mindestens zwei andere auf), wurde es mir zu blöd und ich habe meine beiden Accounts gekündigt. Eins stand fest: Verar***en kann ich mich selbst. Seit dem habe ich bei keiner Line mehr angerufen und ich denke, ich werde das nicht mehr tun. Ich empfinde viel zu viel Reue für das, was ich getan habe und sehe mittlerweile auch ganz klar die Resultate der Voraussagungen. Seit meiner „Line Zeit“ ist mein Leben kein bisschen besser geworden. Im Gegenteil. Diese temporäre Fremdbestimmung und mein Kontrollzwang waren eine der unangenehmsten Erfahrungen, die ich machen konnte. Wenn man in dieser Situation mittendrin steckt, fühlt sich das sehr, sehr intensiv an und zwar so gar nicht auf eine positive Art und Weise.

Es sei gesagt, dass ich auch den Kontakt zu dem besagten Mann proaktiv abgebrochen habe. Diese „Beziehung“ war ein Konstrukt aus Kräften, die ich auf mich einwirken liess und nicht etwas, das ich mir im Normalzustand aus freien Stücken ausgesucht hätte. Er fehlt mir nicht. Es ist, als wäre es nie echt gewesen. Krass…

Auch ich hatte in den 2,5 Jahren auf den Lines den Bezug zum Geld verloren. Ich wünschte, ich hätte den aus dem Fenster gewordenen Riesenbetrag für eine oder mehrere gute Sachen gespendet, als für etwas Geld auszugeben, mit dem ich mir geschadet habe.

Die Berichte auf dieser Webseite haben mich noch mehr bestätigt, dass ich lange auf dem Holzweg war. Anscheinend werden bestimmte Floskeln gerne und immer wieder den Fragenden an den Kopf geworfen, ein weiterer Hinweis darauf, dass die meisten Berater nicht wissen, was sie tun und die Talente, die sie anscheinend einsetzen, so gar nicht besitzen, sondern ein Massenprodukt verkaufen.

Auch rate ich jeder Person, die sich an der Schwelle zu so einem Suchtverhalten befindet (und damit auf dem besten Wege ist, ihr Leben fremdbestimmt zu führen und sich emotional und finanziell sehr zu schaden) oder es bereits an den Tag legt, sich selbst zu helfen oder auch helfen zu lassen und sich ruhig auch mal wieder rationale Argumentationen anzuhören, selbst wenn sie nicht so schillernd und hoffnungsvoll sind wie die der Kartenleger / Berater, aber dennoch umso ehrlicher und wahrscheinlich auch beständiger.

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Categories: Betroffene Berichten, Erfahrungen

Erfahrungsbericht 1

tarot-mondHallo,
mir wurde Ende 2006 zum ersten Mal vorhergesagt, dass mein Herzensmann sich aus seiner langjährigen Ehe trennen und mit mir in eine Beziehung gehen würde.
Seit damals geht es mir wie vermutlich ganz vielen: Immer mal wieder fragte ich bei diversen Hellsehern und Kartenlegern nach, immer wieder die gleiche Aussage: Ja, es wird (oftmals unter Hinweis auf Schicksal, Karma oder Dualseelen). Getan hat sich in all den Jahren null komma nichts .
Obwohl ich mittlerweile sogar den Schritt nach vorne gewagt und mit ihm Tacheles geredet habe: Keine Änderung!
Der neueste Stand der Dinge ist folgender: Seine Frau soll nun einen Liebhaber haben, sie soll nun diejenige sein die die Trennung ins Rollen bringt.
So langsam wird in mir der Verdacht immer stärker dass sich die Prophezeiungen vor allem auf eines stützen: die Wünsche, Hoffnungen und auch Ängste in unserem Unterbewusstsein!
Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht, ist bei irgend jemandem etwas ENTSCHEIDENDES wirklich eingetroffen (z.B. eine Trennung, die rational betrachtet absolut unwahrscheinlich erscheint, siehe Statistiken )

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